Kreuzbandriss: Operation oder nicht?
Mit „möglicherweise Nein“ beantwortet medizin-transparent.at diese Frage nach der Untersuchung der aktuellen wissenschaftlichen Beweislage (Evidenz). Aber noch sei das letzte Wort dazu nicht gesprochen, so die Autorinnen/Autoren.
Häufige Sportverletzung
Verletzungen des vorderen Kreuzbandes im Knie sind besonders beim Fußball häufig. Durch eine Verdrehung des gebeugten Knies – beim Stoppen, bei abrupten Bewegungen oder durch Kontakt mit dem Gegner – kann das Kreuzband reißen. Auch bei anderen Sportarten kann es öfter zu einer ungünstigen Verdrehung des Knies und zu einem Kreuzbandriss kommen, z.B. beim Handball oder beim Skifahren.
Behandlungsmethoden
Sportlerinnen und Sportler werden nach einem Kreuzbandriss meist operiert und führen im Anschluss eine Physiotherapie durch. Die physiotherapeutischen Übungen helfen, die Muskulatur um das Kniegelenk zu stärken und dieses mehr zu stabilisieren. Eine Behandlung nur mit Physiotherapie ohne Operation wird meist nur Patientinnen/Patienten empfohlen, die wenig Sport betreiben.
Frage wenig untersucht
Bei der Analyse der Evidenz zur Frage, welche der beiden Möglichkeiten der Behandlung besser ist, stießen die Expertinnen/Experten von medizin-transparent.at nur auf eine systematische Übersichtsarbeit und eine klinische Studie. Daraus geht hervor, dass beide Behandlungsstrategien ähnlich erfolgreich sind.
Stabilität des Knies wichtig
In der klinischen Studie wurden junge, sportliche Erwachsene mit einem vorderen Kreuzbandriss in zwei Gruppen gelost: in die Operationsgruppe mit anschließender Physiotherapie und in die Gruppe nur mit Physiotherapie. Bei den Kontrolluntersuchungen bewerteten die Patientinnen/Patienten Beweglichkeit, Schmerzen und Belastbarkeit in beiden Gruppen etwa gleich. Aus der Gruppe mit Physiotherapie alleine ließen sich nach fünf Jahren mehr als die Hälfte doch noch operieren. Grund dafür war die Instabilität des Knies.
Weitere Informationen:
- Medizin-transparent.at
- Kniebandverletzungen (gesundheit.gv.at)
Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2016
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal